Hector ist verliebt

Der Winter ist vorbei und die Tage sind wieder merklich länger. Die Luft duftet nicht mehr nach Schnee, sondern hat eine schwache süßliche Note der ersten Frühlingsboten.
Ich habe die Hände voller Nüsse und beginne meinen morgendlichen Rundgang ums Haus und durch den Garten.
Wie, fast immer, wartet Hector schon auf mich und begleitet mich zum Futterplatz. Das Dach des Schuppens.
Ich lege die Nüsse auf das Dach und will weiter zur Pflanzspirale und der Konifere um die kleinen Vögel zu füttern. Ich warte automatisch auf das Geräusch, welches Hector beim Landen macht. Es ist ein recht lautes und schweres Plumpsgeräusch. Dann lächle ich und überlasse ihn seinem Frühstück. Heute gab es dieses Geräusch gleich zweimal. Allerdings war das Zweite sehr viel leiser.
Neugierig drehe ich mich um.
Eine zweite Nebelkrähe ist mit ihm gelandet.
Ich habe sie vorher noch nie gesehen und bin neugierig. Langsam gehe ich zurück und frage Hector, wer das ist.
Er ist an meine Stimme längst gewöhnt und hat keine Angst. Er plustert sich auf und stolziert vor dem anderen Vogel auf und ab.
Es sieht aus, als schüttle der seinen Kopf über so viel Angeberei.
Hector hat keine Angst, der andere schon. Er beginnt unruhig hin und her zu hüpfen.
Ich grinse, …Hector ist verliebt.
Ihr Gefieder schimmert in Blauschwarz und Silber wie Seines. Die dunkle Brustzeichnung hat fast die Form eines Herzens. Ihr Kopf ist nicht ganz so dunkel. Allgemein ist sie kleiner und viel schlanker als er.
Ich finde sie wunderschön und sage es ihm.
Gleich plustert er sich noch mehr auf.
Ich beschließe die beiden alleine zu lassen. Fröhlich füttere ich die anderen Vögel.
Nebelkrähen bleiben ihr Leben lang zusammen habe ich gehört.
Vielleicht gibt es ja bald jede Menge Trubel hier.